(Auszug)
…
Er: Innen ist nichts zu finden. Keine Seele, kein Geist. Nichts was dich glücklich machen kann. Da sind nur Organe, Blut, Bakterien… Was dich glücklich macht, kann nur von außen kommen. Was deine Haut nicht berührt, berührt auch nicht dein Herz. Hinter der Haut beginnt schon das Verwesen. Nichts ist in uns zu suchen. Was wir finden, finden wir außen. Alles findet sich Außen. Wir uns selbst oder einander.
Sie: Alles habe ich in dir vermutet, aber keinen Philosophen.
Er: Eigentlich sind das Wolodjas Worte.
Sie: Dann bin ich beruhigt.
Er: Warum?
Sie: Weil ich lieber mit dir rede.
Er: Mit dieser Zunge hat noch nie ein anderer gesprochen.
Sie: Du brauchst nicht mal die Zunge, dein Körper sagt schon alles.
Er: Du meinst die Haut.
Sie: Auch das dahinter, das Ganze.
Er: Dahinter beginnt schon das Verwesen.
Sie: Oder ein neues Leben. Es wächst und füllt. Aber das könnt ihr Männer nicht denken. Ihr könnt keine Früchte tragen. Kein anderes Leben kann in euch beginnen. Kein zweites Herz wird jemals in euch pochen. Finster und allein ist alles was eure Haut umspannt. Man bekommt richtig Lust, auf euch zu trommeln.
Er: Versuch es.
Sie: Ich muss nicht schlagen um einen Laut von dir zu hören… Sag, welchen Namen hast du dir als letztes tätowiert?
Er: Den hier.
Sie: (schaut hin, buchstabiert) Olga. Und wie hat sie reagiert, als sie die anderen gesehen hat.
Er: Sie hat sie alle geküßt. Verschlingen wollte sie sie. So gut haben sie ihr geschmeckt.
Sie: Ich dachte, da schmeckt alles gleich.
Er: Du kannst es ja probieren.
Sie: Warum nicht? Worte und Bilder hab ich noch nie gekostet. (Geht um ihn herum.) Wo soll ich anfangen… Aber klar. Das Paradies. (Sie küßt die Stelle auf seinem Rücken. Danach stellt sie sich vor ihn.) Nun die Worte. (Sie küßt einen Frauennamen nach dem anderen. Er legt seine Hand auf ihren Kopf. Sie reißt sich weg und setzt sich auf eine Kiste.)
Er: Und wie schmeckt es?
Sie: Menschlich… Nun ist der gute Apfelgeschmack pfutsch.
Er: Ist reine Geschmackssache.
Sie: Wo hast du eigentlich unsere Sprache so gut gelernt?
Er: Ich bin schon eine Weile da.
Sie: Das reicht nicht, da ist was anderes im Spiel…sicher eine Frau. Nur eine Frau kann dir die Sprache so beibringen.
Er: Ja, die hier (zeigt die Waffe)
Ana Bilic
Seher Çakir
Jasmina Eleta
Ursula Knoll
Rhea Krcmárová
Astrit Alihajdaraj
Bruno Pellandini
Seher Çakir
Ursula Knoll
Semir Plivac
Sina Tahayori
Rhea Krcmárová
Julya Rabinowich
Michal Hvorecky
Ewald Palmetshofer
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