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Der Kollektivsalon Anschlussfähig kann nicht am 12. März 2020 stattfinden.
Wir informieren über neue Termine.


Kollektivsalon
Folge 2: Anschlussfähig

12. März 2020, 20.00 Uhr
Kasino am Schwarzenbergplatz

Unter dem Titel Kollektivsalon lädt die Autor*innengruppe HYDRA ins Kasino, um an historisch bedeutsamen Daten Literatur als Störmanöver gegen die Gleichgültigkeit zu präsentieren.

Am 12. März, dem Tag des sogenannten „Anschlusses“ Österreichs an Nazideutschland, geht es um Anschlüsse und Ausschlüsse. Eingeladen sind die drei Autor*innen Maxi Obexer, Jaroslav Rudiš und Małgorzata Sikorska Miszczuk aus „Fabulamundi. Playwriting Europe“, dem Netzwerk zur Förderung europäischer Gegenwartsdramatik.

Im Kollektivsalon werden die zu diesem Anlass verfassten Texte von Ensemblemitgliedern des Burgtheaters präsentiert und anschließend in einer offenen Gesprächssituation diskutiert.

„Auf den Spuren der Kuh“ von Maxi Obexer

Bis zum 31. Januar 1939 sollte die Bevölkerung in Südtirol entscheiden, ob sie sich ans „Vaterland“ anschließen, oder bei Italien bleiben wollte; die Mehrheit sprach sich fürs „Heim ins Reich“ aus. Wahlberechtigt waren Männer, die für ihre Frauen und ihre Kinder stimmten. Eine Gruppe wurde allerdings übersehen: die volljährigen und nicht verheirateten jungen Frauen hatten zwar keine Stimme, aber sie hatten dennoch die Wahl; sie blieben und gingen ihre eigenen Wege. Eine Episode, die auch heute noch keinem Historiker aufgefallen ist – oder nennenswert erschien.

Szenische Einrichtung: Mechthild Harnischmacher
Dramaturgie: Tobias Herzberg
Mit: Maresi Riegner, Marie-Luise Stockinger, Andrea Wenzl

„Richtung Reichenberg“ von Jaroslav Rudiš

Wenzel Winterberg ist 99 Jahre alt. Er sitzt mit seinem Sterbebegleiter, Jan Kraus, im Zug Richtung Reichenberg / Liberec und erinnert sich an den 12. März 1938 in dieser Industriestadt in Nordböhmen, die immer ein wenig wie Wien sein wollte.

Szenische Einrichtung: Tobias Jagdhuhn
Dramaturgie: Bernhard Studlar
Mit: Daniel Jesch

„Top Ten Dreams“ von Małgorzata Sikorska Miszczuk
(Übersetzung: Agnieszka Sikorska)

Eine polnische Autorin, die an ihrem Theaterprojekt in London arbeitet, besucht das Freud-Museum und erinnert sich, dass Freud nach dem „Anschluss“ Österreichs an Deutschland 1938 aus Österreich emigriert ist. Sie betrachtet seine Sammlung und kauft im Museumsshop ein Kartenspiel mit den zehn häufigsten Träumen. Angeregt durch die Karten erfindet sie drei groteske Geschichten, die mit viel schwarzem Humor von Geschichtswirrnissen und menschlichen Trieben erzählen.

Szenische Einrichtung: Marlene Karla Traun
Dramaturgie: Rita Czapka
Mit: Andrea Wenzl, Felix Kammerer, Tim Werths

Kurator: Bernhard Studlar
Moderation: Tobias Herzberg (Burgtheater), Gerhild Steinbuch (Hydra), Bernhard Studlar (Wiener Wortstaetten)

Donnerstag, 12. März 2020, 20.00 Uhr
Kasino am Schwarzenbergplatz
Schwarzenbergplatz 1, 1010 Wien
Karten: € 15,- / erm. € 10,-

*** Das Buch zur Veranstaltung ist ab sofort bei uns erhältlich! ***

Eine Kooperation von Burgtheater, Hydra und WIENER WORTSTAETTEN.
Im Rahmen von Fabulamundi. Playwriting Europe