Wortstattnächte 2026
19. und 20. November 2026, Theater am Werk, Petersplatz
Wir präsentieren 4 neue Theatertexte, die im Rahmen ihres DRAMA LAB 2026 entstanden sind. Eingerichtet von 4 Regisseur*innen werden die Stücke in szenischen Lesungen im Theater am Werk Petersplatz erstmals dem Publikum vorgestellt.
Da werden Supermärkte zu Schauplätzen von Klassenkampf, Immobilien werden zu Showstars, Pflegefachkräfte flüchten in Schreiräume und ein stinknormales Probetraining verwandelt sich in ein intergenerationales Wrestling. Es steckt viel Welt in den Dramen von Lisa Bolyos, Iris Harter, Jana Krüger und Meta Loeffen. Ihre hochaktuellen Stücke zeichnen sich durch sprachliche Genauigkeit, dialogischen Witz sowie analytische Gesellschaftsbetrachtung aus.
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Die Stücke:
„Realty TV“ von Lisa Bolyos
Die Veränderungen der Stadt und des Immobilienmarktes werden in diesem Stück aus Sicht von Immobilien und anderen immateriellen Akteur:innen verhandelt. Vier Häuser, die es ins Finale einer Fernsehshow geschafft haben, versuchen, in ein gemeinsames, verwertbares Portfolio zu passen:
Ein leerstehendes Vorstadtgasthaus
Ein unsanierter Altbau
Ein erst zu privatisierender Gemeindebau
Ein insolventer Luxusimmobilienrohbau
Außerdem treten auf: Das Erbrecht. Die Selbsthilfegruppe Bauschutt. Und …
Eine Baulücke.
„Fallschule (der Ahninnen)“ von Iris Harter
Die Versuchsanordnung dieses Stückes ist ein familiäres und zugleich öffentliches a-zeitliches Wrestling-Match, in dem die Themen von Frauen aus vier Generationen in fröhlichem Unverständnis für- und widerständigem Einvernehmen miteinander wortwörtlich zerlegt werden. Protagonistin A. stellt sich ihren Ahninnen und dem Gewicht ihrer Lebensgeschichten im Ring.
„Die radikalen Milchmädchen“ von Jana Krüger
Der Text ist eine Reflexion über Waren, Arbeit und die Bühne namens Supermarkt. Ein Super-Markt-Stück! Oder besser gesagt: Ein Stück, das in einem Supermarkt spielt.
Drei namenlose Protagonistinnen am Ende der Warenkette beginnen, zwischen Durchsagen und Preisschildern, zwischen Tiefkühlvitrinen und Obstkisten auf deren Anfang (also den der Warenkette) zu schauen. Sie sind frustriert, sie sind wütend und sie haben einen Plan:
Die „Milchmädchen“ organisieren einen Aufstand. Der Filialleiter wird gekidnappt. Die Natur zurück geholt in die Gänge des Konsums. Dort, wo früher Waren lagen, grasen bald schon glückliche Kühe.
„Schreiraum“ von Meta Loeffen
Ein tragikomisches Stück über den Alltag auf einer internistischen Krankenhausstation im Pflegenotstand.
Es zeigt eine Gruppe von Pflegekräften unterschiedlichen Alters und Erfahrung, die täglich der übermenschlichen Herausforderung aus Krankheit, Tod und institutionellen Zwängen begegnen und trotzdem versuchen, mit einer gewissen Leichtigkeit durch das Geschehen zu navigieren.
In Monologen aus dem titelgebenden Schreiraum ist Platz für etwas, das in all dem Chaos meistens schmerzlich negiert wird: Die eigenen Gefühle.
Team:
Regie: Nehle Dick, Sonja Romei, Estera Stenzel, Alexandru Weinberger-Bara
Künstlerische Leitung: Bernhard Studlar
Bühne: Renato Uz
Kostüme: Denise Leisentritt
Bühne und Kostüm Assistenz: Clemens Haas
Produktionsleitung: Martina Knoll, Victoria Schopf
Über das Drama Lab:
Das Drama Lab ist das Herzstück der WIENER WORTSTAETTEN. Es ist ein über Jahre entwickeltes Modell der Zusammenarbeit mit Autor*innen, um gute Arbeitsbedingungen für freischaffende Schriftsteller*innen zu ermöglichen, um neue Stücke für die unterschiedlichen Bühnen dieser Stadt und darüber hinaus zu schreiben. Dabei kooperieren die WIENER WORTSTAETTEN mit stets wechselnden „Patentheatern“, die für eine Saison Teil des Drama Labs sind und sich verpflichten, in der darauffolgenden Spielzeit eines der entstandenen Stücke uraufzuführen. 2026 ist dies das Theater KOSMOS in Bregenz.
Die entstandenen Stücke werden zudem in der von den WIENER WORTSTAETTEN herausgegebenen Edition Goldstück publiziert.
Eine Produktion der WIENER WORTSTAETTEN in Koproduktion mit Theater am Werk und in Kooperation mit Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien.



