Exilpreis 2018

Seit 2007 unterstützen die WIENER WORTSTAETTEN die exil-Literaturpreise, eine Initiative des Vereins exil, mit einem Preis in der Kategorie „Drama“.

2018 wurde der exil-DramatikerInnenpreis erstmals in Kooperation mit dem Schauspiel Leipzig ausgeschrieben. Er wird künftig alle zwei Jahre mit einem Preisgeld von € 3.000,- vergeben und das ausgezeichnete Stück wird vom Schauspiel Leipzig uraufgeführt.

Die Jury, bestehend aus Christine Wahl (Journalistin, Theaterkritikerin), Matthias Döpke (Dramaturg, Schauspiel Leipzig) und Bernhard Studlar (Autor, WIENER WORTSTAETTEN) – sichtete für den international ausgeschriebenen Wettbewerb 73 Stücke aus neun Ländern.

Der exil-DramatikerInnenpreis 2018 ergeht an die in Rumänien geborene, in Wien lebende Autorin Alexandra Pâzgu für ihr Stück „fluss, stromaufwärts“.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der BuchWien am 10. November 2018, gemeinsam mit den weiteren exil-Literaturpreisen, statt.

Aus dem Juryspruch für die Jury verfasst von Matthias Döpke:
Alexandra Pâzgu hat mit markanten Figuren eine szenische Versuchsanordnung geschaffen, die sich in unmittelbarem Sinne dem „Schreiben zwischen den Kulturen“ widmet und selbst die Unmöglichkeit dieses Thema auf der Bühne zu bewältigen unterhaltsam durchspielt.

Enrico Lübbe, Intendant Schauspiel Leipzig:
Mit ihrem Stück „fluss, stromaufwärts“ hat Alexandra Pâzgu einen gleichermaßen reflektierten wie unterhaltsamen Beitrag zum aktuellen europäischen Diskurs rund um das Thema Identität vorgelegt, der auch die Mittel des zeitgenössischen Theaters spielerisch herausfordert. Alexandra Pâzgus Werk ist eine bemerkenswerte Stimme der Gegenwartsdramatik — und wir freuen uns darauf, ihren Text in der Spielzeit 2019/20 in unserer Spielstätte „Diskothek“, die ausschließlich der Gegenwartsdramatik gewidmet ist, uraufzuführen.

Alexandra Pâzgu wurde 1985 in Sibiu, Rumänien, geboren und lebt als freie Autorin und Dramaturgin in Wien. Sie schrieb ihre ersten Texte in deutscher Sprache im Rahmen des „Writers Room“ der WIENER WORTSTAETTEN, und ist seit 2017 auch Teil des europäischen Netzwerks „Fabulamundi. Playwriting Europe“.
2011 absolvierte sie ihr Masterstudium Dramatisches Schreiben. Ihr Text „In the Air“ wurde 2011 als „Stück des Jahres“ ausgezeichnet und „The H(eden) Garden“ gewann zwei nationale Preise. Bisherige Texte wurden in Cluj („Fluoreszierende Proteine“, 2016) und am nationalen Theater in Tg. Mures („Supernovas“ 2017) inszeniert.
„fluss, stromaufwärts“ wurde im Rahmen des Hans Grazer Stipendiums am Schauspielhaus Wien entwickelt und bearbeitet, als dritter Teil der poetisch-philosophischen Trilogie über das Leben in europäischen Städten.


Die bisherigen PreisträgerInnen: Semir Plivac (2007), Ana Bilic (2008), Marianna Salzmann (2009), Olga Grjasnowa (2010), Azar Mortazavi (2011), Valerie Melichar (2012), Susanne Ayoub (2013), Barbara K. Anderlič (2014), Christian Maly-Motta (2015), Mehdi Moradpour (2016), Amirabbas Gudarzi (2017), Alexandra Pâzgu (2018)