Die WIENER WORTSTAETTEN wurden 2005 von Dramatiker Bernhard Studlar und Regisseur Hans Escher als interkulturelles AutorInnentheaterprojekt gegründet. Die Entstehung neuer Texte für die Bühne stand von Anfang an im Mittelpunkt des Projekts, ebenso wie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich wichtigen Themen und die Vernetzung zwischen AutorInnen. Über die Jahre entstanden eine Vielzahl von szenischen Projekten und Produktionen/Uraufführungen neuer Theaterstücke.

Initiativen wie der exil-dramatikerInnenpreis wurden zum Sprungbrett für AutorInnen wie Ibrahim Amir, Alexandra Pâzgu oder Marianna Salzmann. Aus grenzüberschreitenden Kooperationen, zuletzt „Fabulamundi. Playwriting Europe“, entstand ein internationales Netzwerk, das sowohl den Austausch zwischen AutorInnen als auch die Übersetzung von Gegenwartsdramatik fördert.

WIENER WORTSTAETTEN verstehen sich als unabhängiges, kreatives Forschungslabor und Textwerkstatt, als Vermittler zwischen AutorInnen und dem Theaterbetrieb. Und nicht zuletzt als Ort der freien Szene, an dem neue Formen der AutorInnenschaft und „klassische“ dramatische Literatur einander auf Augenhöhe begegnen.

Seit 2018 werden die WIENER WORTSTAETTEN von Martina Knoll und Bernhard Studlar geleitet.

English Version

Das Team der WIENER WORTSTAETTEN

Bernhard Studlar
geboren 1972 in Wien, studierte „Szenisches Schreiben“ an der UdK Berlin. Für sein zusammen mit Andreas Sauter verfasstes Stück „A. ist eine Andere“ wurde er mit dem Kleist Förderpreis für junge Dramatiker ausgezeichnet. Mit dem Stück „Transdanubia Dreaming“ gewann Bernhard Studlar den Hauptpreis des Heidelberger Stückemarkts. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und u.a. am Burgtheater, dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg, dem Schauspielhaus Graz und dem Schauspiel Leipzig uraufgeführt. Sein jüngstes Werk „Nacht ohne Sterne“ wurde in der Spielzeit 2018/2019 am Theater Kosmos in Bregenz und am Schauspiel Leipzig aufgeführt. Vertreten von henschel Schauspiel Berlin und schäfersphilippen Theater und Medien.

Martina Knoll
geboren 1982 in Wien, studierte Musikwissenschaft, Europäische Ethnologie und Kulturmanagement in Wien und Brüssel. Seit 2004 arbeitet sie mit freien Gruppen und bei Festivals. U.a. Festival 21, New Crowned Hope, Into the City, Österreichischer Filmpreis, Simon Mayer. Sie ist freischaffende Kulturmanagerin und Geschäftsführerin bei Ensemble Wiener Collage und WIENER WORTSTAETTEN.


Struktur der WIENER WORTSTAETTEN

wortstatt I – ist das gedankliche Zentrum. Ein regelmäßiges Meeting aller beteiligten AutorInnen unter der Leitung von Bernhard Studlar. Dabei wird das szenische Material von jeweils einer Autorin/einem Autor innerhalb der Gruppe diskutiert. Diese Meetings dienen der Analyse und Inspiriation, sowie der Stoffentwicklung.

Aufgabe von wortstatt I ist es, in permanenter Auseinandersetzung mit den Texten der anderen AutorInnen zu stehen, Austausch und Informationsbörse zu sein, Anregungen zu sammeln und sich mit neueren Strömungen zeitgenössischen Theaters auf theoretischer Ebene auseinander zu setzen. Auf praktischer Ebene geht es um die Entwicklung des eigenen Schreibens und um das Lernen durch den Forstschritt der anderen AutorInnen.

wortstatt II – In diesem workshop-ähnlichen Arbeitsabschnitt, der jeder Autorin/jedem Autor bei Bedarf zur Verfügung steht, geht es darum, das vorhandene szenische Material in der Praxis zu überprüfen. Zusammen mit einem professionellem Team (Regie, Dramaturgie und SchauspielerInnen) werden die Texte auf ihre Wirksamkeit bzw. Spielbarkeit erprobt. Wichtigster Unterschied zum gängigen Probeprozess: nicht der Autor/die Autorin arbeitet der Regie bzw. den SchauspielerInnen zu, sondern umgekehrt: SchauspielerInnen und die Regie unterstützen die AutorInnen und ihren Schreibprozess.
(Anmerkung: wortstatt I & II sind nicht öffentlich)

wortstatt III – Am Ende einer Spielzeit werden die fertigen Theaterstücke der AutorInnen als geprobte szenische Lesungen und/oder Inszenierung der Öffentlichkeit präsentiert. Dies wird einerseits als Eigenproduktion oder in Kooperation mit anderen Theatern erfolgen.

DramatikerInnenpreis

Seit 2007 vergeben die WIENER WORTSTAETTEN im Rahmen des Literaturwettbewerbs „schreiben zwischen den kulturen“ einen DramatikerInnenpreis. Der mit € 3.000,- dotierte Preis wird seit 2018 biennal in Kooperation mit dem Schauspiel Leipzig an eine Autorin/einen Autor vergeben, die/der ein abendfüllendes, noch nicht uraufgeführtes Stück einreicht, welches sich im weitesten Sinne mit den Themen Identität, Integration, Interkulturalität und dem Leben zwischen Kulturen auseinandersetzt.

Die bisherigen PreisträgerInnen:
Semir Plivac (2007), Ana Bilic (2008), Marianna Salzmann (2009), Olga Grjasnowa (2010), Azar Mortazavi (2011), Valerie Melichar (2012), Susanne Ayoub (2013) und Barbara K. Anderlič (2014), Christian Maly-Motta (2015), Mehdi Moradpour (2016), Amirabbas Gudarzi (2017), Alexandra Pâzgu (2018), Emre Akal (2020)


About the WIENER WORTSTAETTEN

WIENER WORTSTAETTEN was founded in 2005 by playwright Bernhard Studlar and director Hans Escher as an intercultural playwriting-project. Right from the start, the project focused on the creation of new texts for the stage, as well as dealing with socially important issues and networking between playwrights. Over the years, a variety of scenic projects and productions / premieres of new plays have emerged.

Initiatives such as the exile-playwriting-award became a springboard for playwrights such as Ibrahim Amir, Alexandra Pâzgu or Marianna Salzmann. From cross-border cooperations, most recently “Fabulamundi. Playwriting Europe ”, an international network was created that promotes both the exchange between playwrights and the translation of contemporary drama.

WIENER WORTSTAETTEN sees itself as an independent, creative research laboratory and text workshop, as a mediator between authors and the theatre business. And last but not least as a place for the independent theatre scene, where new forms of authorship and „classical“ dramatic literature meet each other at eye level.
The goal of the project is the long term promotion and support of playwrights.

Since 2018, WIENER WORTSTAETTEN have been managed by Martina Knoll and Bernhard Studlar.

Structure of WIENER WORTSTAETTEN

wortstatt I – is the spiritual centre. A regular meeting of all associated authors lead by Bernhard Studlar where the stage material of one of the authors is discussed. These meetings provide analysis and inspiration, as well as help in developing material. It is the ongoing task of wortstatt I to deal with texts of the authors, to offer possibility of exchanging information, collecting suggestions and approaching new ideas of thought in the world of contemporary theatre on a theoretical level. On a practical level it’s all about developing one’s own writing and learning through the progress of the other playwrights.

wortstatt II – In this workshop-like part of the writing progress, that is open to each author, it’s all about reviewing the stage material in practice. A professional team consisting of a director, a dramatic advisor and actors examine how effective and playable the texts are. The most important difference to usual rehearsal process: it’s not the author who does the preliminary work for the director and actors, but the other way round: actors and directors support the writing process.
(Note: wortstatt I and II are not open to the general public.)

wortstatt III – At the end of a season the authors‘ plays are presented to the public as a rehearsed staged reading or production, either in cooperation with other theatres or as inhouse productions.