Studlar_Escher_(c) Stöcher

WIENER WORTSTAETTEN sind ein einzigartiges, interkulturelles Autorentheaterprojekt, das 2005 von Hans Escher und Bernhard Studlar ins Leben gerufen wurde und die Auseinandersetzung und Vernetzung zwischen österreichischen und internationalen AutorInnen fördert.
Ausgehend von in Wien lebenden AutorInnen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, die aber auf Deutsch schreiben, arbeiten die WIENER WORTSTAETTEN am Aufbau eines internationalen Netzwerks, um einen Austausch zwischen den Kulturen herzustellen und ein Zentrum für zeitgenössische europäische Dramatik in Wien zu etablieren.

WIENER WORTSTAETTEN sind ein kreatives Forschungslabor, das sich als Vermittler zwischen Theaterbetrieb und Schreibtisch versteht.

In der Auseinandersetzung mit globalen Themen wie Heimat und Glaube, Macht, Migration und Arbeitswelten sollen neue Texte für die Bühne entstehen und neue Methoden der theatralen Umsetzung gefunden werden.
Ziel des Projekt WIENER WORTSTAETTEN ist die langfristige, aufbauende TheaterautorInnenförderung.
Im Rahmen der Theaterreform werden WIENER WORTSTAETTEN von der Stadt Wien mit einer vierjährigen Konzeptförderung unterstützt.

English Version

Das Team der WIENER WORTSTAETTEN

Hans Escher
geboren 1956 in Wien, absolvierte das Max Reinhardt Seminar in Wien und war bis 1986 Schauspieler u.a. bei Komödianten Wien, am Stadttheater Ingolstadt, Landestheater Linz und Burgtheater Wien.
Seit 1985 ist er als Regisseur tätig und inszenierte am Theater der Jugend, Volkstheater Wien, Ulmer Theater, Staatstheater Kassel, Schauspielhaus Zürich, Stadttheater Bern, Landestheater Innsbruck, Theater Phönix, Landestheater Linz. Von 1999-2003 war er Hausregisseur am Theater Freiburg. Er war mehrfach Gastprofessor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Zudem schreibt er für Kinder-, Jugend- und Figurentheater.
Seine jüngsten Inszenierungen waren „Zwischenzeit“ von Azar Mortazavi im Theater Nestroyhof Hamakom und „Cyrano de Bergerac“ von Edmond Rostand am Landestheater Vorarlberg.
Seit 2005 Leitung des interkulturellen Autorentheaterprojekts WIENER WORTSTAETTEN, das er gemeinsam mit Bernhard Studlar ins Leben gerufen hat.
2008 nominiert für den Nestroy Spezialpreis
2013 ausgezeichnet mit dem Nestroy für die beste Off-Produktion („Habe die Ehre“)

Bernhard Studlar
geboren 1972 in Wien, studierte „Szenisches Schreiben“ an der UdK Berlin. Für sein zusammen mit Andreas Sauter verfasstes Stück „A. ist eine Andere“ wurde er mit dem Kleist Förderpreis für junge Dramatiker ausgezeichnet. Mit dem Stück „Transdanubia Dreaming“ gewann Bernhard Studlar den Hauptpreis des Heidelberger Stückemarkts. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und u.a. am Burgtheater, dem Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, dem Schauspielhaus Graz und dem Schauspielhaus Leipzig uraufgeführt, wo sein jüngstes Werk „Die Ermüdeten“ die Spielzeit eröffnete. Seit 2005 leitet er gemeinsam mit Hans Escher das interkulturelle AutorInnentheaterprojekt WIENER WORTSTAETTEN.

Struktur der WIENER WORTSTAETTEN

wortstatt I – ist das gedankliche Zentrum. Ein regelmäßiges Meeting aller beteiligten AutorInnen unter der Leitung von Hans Escher und Bernhard Studlar. Dabei wird das szenische Material von jeweils einer Autorin/einem Autor diskutiert. Diese Meeting dienen der Analyse und Inspriation, sowie der Stoffentwicklung.

Aufgabe von wortstatt I ist es, in permanenter Auseinandersetzung mit den Texten der anderen AutorInnen zu stehen, Austausch und Informationsbörse zu sein, Anregungen zu sammeln und sich mit neueren Strömungen zeitgenössischen Theaters auf theoretischer Ebene auseinander zu setzen. Auf praktischer Ebene geht es um die Entwicklung des eigenen Schreibens und um das Lernen durch den Forstschritt der anderen AutorInnen.

wortstatt II – In diesem Workshop ähnlichen Arbeitsabschnitt, der jeder Autorin/jedem Autor bis zu zwei Mal im Jahr zur Verfügung steht, geht es darum, das vorhandene szenische MAterial in der Praxis zu überprüfen. Zusammen mit einem professionellem Team (Regie, Dramaturgie und SchauspielerInnen) werden die Texte der jeweiligen AutorInnen auf ihre Wirksamkeit bzw. Spielbarkeit erprobt. Wichtigster Unterschied zum gängigen Probenprozess: nicht der Autor arbeitet der Regie bzw. den SchauspielerInnen zu, sondern umgekehrt, die SchauspielerInnen und die Regie der Autorin bzw. dem Autor.
(Anmerkung: wortstatt I & II sind nicht öffentlich)

wortstatt III – Am Ende einer Spielzeit werden die Theaterstücke der AutorInnen als geprobte szenische Lesungen und/oder Inszenierung der Öffentlichkeit präsentiert. Dies wird einerseits als Eigenproduktion oder in Kooperation mit anderen Theatern erfolgen.

Buchreihe wortstaetten n°1 – …

Die entstandenen Theaterstücke einer Saison werden in einer jährlichen Anthologie in Zusammenarbeit mit dem Verlag edition exil herausgegeben.

Sonstige buchstäblich fantastische Projekte

Buchstabensuppe

So wie sie kochen, so schreiben sie auch. (Oder umgekehrt?)
Die Lesungsreihe der WIENER WORTSTAETTEN. Seit Februar 2006 bitten WIENER WORTSTAETTEN und ein/e geladene/r Autor/in zu Tisch. Einmal imMOnat bieten wir nach dem Rezept Literatur und Suppe dramatische Geschichte(n) und köstliche Gerichte.

DramatikerInnenpreis

Seit 2007 vergeben die WIENER WORTSTAETTEN im Rahmen des Literaturwettbewerbs „schreiben zwischen den kulturen“ einen DramatikerInnenpreis. Der mit € 2.000,- dotierte Preis wird an eine Autorin/einen Autor vergeben, die/der ein abendfüllendes, noch nicht uraufgeführtes Stück einreicht, welches sich im weitesten Sinne mit den Themen Identität, Integration, Interkulturalität und dem Leben zwischen Kulturen auseinandersetzt.

Die bisherigen PreisträgerInnen:
Semir Plivac (2007), Ana Bilic (2008), Marianna Salzmann (2009), Olga Grjasnowa (2010), Azar Mortazavi (2011), Valerie Melichar (2012), Susanne Ayoub (2013) und Barbara K. Anderlič (2014), Christian Maly-Motta (2015), Mehdi Moradpour (2016)

About the WIENER WORTSTAETTEN

WIENER WORTSTAETTEN is a unique, intercultural author-theatre-project, launched in 2005 by Hans Escher and Bernhard Studlar, which encourages discussion and networking between Austrian and international authors. Centered around authors originating mostly from Eastern Europe who live in Vienna, whose native language is not German but who write in German, an international network should be created over the years to establish an intercultural exchange and a centre for contemporary European drama in Vienna.

WIENER WORTSTAETTEN see themselves as a research laboratory, as mediators between the theatre business and the writing desk.
As part of dealing with global themes such as home and faith, power, migration and the working environment, new texts for the stage need to be created and new methods of dramatic translation must be found.

The goal of the project WIENER WORTSTAETTEN is the long term promotion and support of theatre authors.

Within the framework of the theatre reform the WIENER WORTSTAETTEN are being supported by the City of Vienna with a four-year concept sponsorship.

Structure of WIENER WORTSTAETTEN

wortstatt I – is the spiritual centre. A regular meeting of all associated authors lead by Hans Escher and Bernhard Studlar where the stage material of one of the authors is discussed. These meetings provide analysis and inspiration, as well as help in developing material. It is the ongoing task of wortstatt I to deal with texts of the authors, to offer possibility of exchanging information, collecting suggestions and approaching new schools of thought in the world of contemporary theatre on a theoretical level. On a practical level it’s all about developing one’s own writing and learning through the progress of the other authors.

wortstatt II – In this workshop-like part of the writing progress, that is open to each author up to twice a year, it’s all about reviewing the stage material in practice. A professional team consisting of a director, a dramatic advisor and actors examine how effective and playable the texts are. THe most important difference to usual rehearsal process: it’s not the author who does the prelimitary work for the director and actors, but the other way round.
(Note: wortstatt I and II are not open to the general public.)

wortstatt III – At the end of a season the authors‘ plays are presented to the public as a rehearsed staged reading or production, either in cooperation with other theatres or as inhouse productions.