WIENER WORTSTAETTEN sind ein einzigartiges, interkulturelles AutorInnentheaterprojekt, das 2005 von Hans Escher und Bernhard Studlar ins Leben gerufen wurde und die Auseinandersetzung und Vernetzung zwischen österreichischen und internationalen AutorInnen fördert.
Ausgehend von in Wien lebenden AutorInnen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, die aber auf Deutsch schreiben, haben die WIENER WORTSTAETTEN in den vergangenen Jahren ein internationales Netzwerk aufgebaut, um einen Austausch zwischen den Kulturen herzustellen und ein Zentrum für zeitgenössische europäische Dramatik in Wien zu etablieren.

WIENER WORTSTAETTEN verstehen sich als kreatives Forschungslabor, als Vermittler zwischen Theaterbetrieb, Verlagen und AutorInnen.
In der Auseinandersetzung mit globalen Themen wie Heimat und Glaube, Macht, Migration und Arbeitswelten sollen neue Texte für die Bühne entstehen und neue Methoden der theatralen Umsetzung gefunden werden.
Ziel des Projekt WIENER WORTSTAETTEN ist die langfristige, aufbauende TheaterautorInnenförderung.

English Version

Das Team der WIENER WORTSTAETTEN

Bernhard Studlar
geboren 1972 in Wien, studierte „Szenisches Schreiben“ an der UdK Berlin. Für sein zusammen mit Andreas Sauter verfasstes Stück „A. ist eine Andere“ wurde er mit dem Kleist Förderpreis für junge Dramatiker ausgezeichnet. Mit dem Stück „Transdanubia Dreaming“ gewann Bernhard Studlar den Hauptpreis des Heidelberger Stückemarkts. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und u.a. am Burgtheater, dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg, dem Schauspielhaus Graz und dem Schauspiel Leipzig uraufgeführt. Sein jüngstes Werk „Nacht ohne Sterne“ wurde in der Spielzeit 2018/2019 am Theater Kosmos in Bregenz und am Schauspiel Leipzig aufgeführt. Vertreten von henschel Schauspiel Berlin und schäfersphilippen Theater und Medien.

Martina Knoll
geboren 1982 in Wien, studierte Musikwissenschaft, Europäische Ethnologie und Kulturmanagement in Wien und Brüssel. Seit 2004 arbeitet sie mit freien Gruppen und bei Festivals (u.a. Festival 21, New Crowned Hope, Into the City, Philipp Gehmacher, Österreichischer Filmpreis). Sie ist freischaffende Kulturmanagerin, Produktionsleiterin und Geschäftsführerin bei Ensemble Wiener Collage, Simon Mayer und WIENER WORTSTAETTEN.

Struktur der WIENER WORTSTAETTEN

wortstatt I – ist das gedankliche Zentrum. Ein regelmäßiges Meeting aller beteiligten AutorInnen unter der Leitung von Bernhard Studlar. Dabei wird das szenische Material von jeweils einer Autorin/einem Autor innerhalb der Gruppe diskutiert. Diese Meetings dienen der Analyse und Inspiriation, sowie der Stoffentwicklung.

Aufgabe von wortstatt I ist es, in permanenter Auseinandersetzung mit den Texten der anderen AutorInnen zu stehen, Austausch und Informationsbörse zu sein, Anregungen zu sammeln und sich mit neueren Strömungen zeitgenössischen Theaters auf theoretischer Ebene auseinander zu setzen. Auf praktischer Ebene geht es um die Entwicklung des eigenen Schreibens und um das Lernen durch den Forstschritt der anderen AutorInnen.

wortstatt II – In diesem workshop-ähnlichen Arbeitsabschnitt, der jeder Autorin/jedem Autor bei Bedarf zur Verfügung steht, geht es darum, das vorhandene szenische Material in der Praxis zu überprüfen. Zusammen mit einem professionellem Team (Regie, Dramaturgie und SchauspielerInnen) werden die Texte auf ihre Wirksamkeit bzw. Spielbarkeit erprobt. Wichtigster Unterschied zum gängigen Probeprozess: nicht der Autor/die Autorin arbeitet der Regie bzw. den SchauspielerInnen zu, sondern umgekehrt: SchauspielerInnen und die Regie unterstützen die AutorInnen und ihren Schreibprozess.
(Anmerkung: wortstatt I & II sind nicht öffentlich)

wortstatt III – Am Ende einer Spielzeit werden die fertigen Theaterstücke der AutorInnen als geprobte szenische Lesungen und/oder Inszenierung der Öffentlichkeit präsentiert. Dies wird einerseits als Eigenproduktion oder in Kooperation mit anderen Theatern erfolgen.

DramatikerInnenpreis

Seit 2007 vergeben die WIENER WORTSTAETTEN im Rahmen des Literaturwettbewerbs „schreiben zwischen den kulturen“ einen DramatikerInnenpreis. Der mit € 3.000,- dotierte Preis wird seit 2018 biennal in Kooperation mit dem Schauspiel Leipzig an eine Autorin/einen Autor vergeben, die/der ein abendfüllendes, noch nicht uraufgeführtes Stück einreicht, welches sich im weitesten Sinne mit den Themen Identität, Integration, Interkulturalität und dem Leben zwischen Kulturen auseinandersetzt.

Die bisherigen PreisträgerInnen:
Semir Plivac (2007), Ana Bilic (2008), Marianna Salzmann (2009), Olga Grjasnowa (2010), Azar Mortazavi (2011), Valerie Melichar (2012), Susanne Ayoub (2013) und Barbara K. Anderlič (2014), Christian Maly-Motta (2015), Mehdi Moradpour (2016), Amirabbas Gudarzi (2017), Alexandra Pâzgu (2018)

About the WIENER WORTSTAETTEN

WIENER WORTSTAETTEN is a unique, intercultural playwriting-project, launched in 2005 by Hans Escher and Bernhard Studlar, which encourages discussion and networking between Austrian and international authors. Centered around authors who live in Vienna, whose native language is not German but who write in German, an international network has been created over the years to establish an intercultural exchange and a centre for contemporary European drama in Vienna.

WIENER WORTSTAETTEN see themselves as a research laboratory, as mediators between the theatre business, agencies and playwrights.
Dealing with global themes such as home and faith, power, migration and the working environment, new texts for the stage need to be created and new methods of dramatic translation must be found.

The goal of the project WIENER WORTSTAETTEN is the long term promotion and support of playwrights.

Structure of WIENER WORTSTAETTEN

wortstatt I – is the spiritual centre. A regular meeting of all associated authors lead by Bernhard Studlar where the stage material of one of the authors is discussed. These meetings provide analysis and inspiration, as well as help in developing material. It is the ongoing task of wortstatt I to deal with texts of the authors, to offer possibility of exchanging information, collecting suggestions and approaching new ideas of thought in the world of contemporary theatre on a theoretical level. On a practical level it’s all about developing one’s own writing and learning through the progress of the other playwrights.

wortstatt II – In this workshop-like part of the writing progress, that is open to each author, it’s all about reviewing the stage material in practice. A professional team consisting of a director, a dramatic advisor and actors examine how effective and playable the texts are. The most important difference to usual rehearsal process: it’s not the author who does the preliminary work for the director and actors, but the other way round: actors and directors support the writing process.
(Note: wortstatt I and II are not open to the general public.)

wortstatt III – At the end of a season the authors‘ plays are presented to the public as a rehearsed staged reading or production, either in cooperation with other theatres or as inhouse productions.